Das Freibad Niederndodelenben -
Ein Stück Dorfgeschichte im neuen Glanz
Das Freibad „Schrotetal“ in Niederndodeleben ist weit mehr als nur ein Ort zum Schwimmen. Seit Generationen gehört es zu den wichtigsten Freizeit- und Begegnungsstätten der Region. Nach einer umfassenden Sanierung und Modernisierung konnte das Bad im Mai 2024 wiedereröffnet werden und knüpft damit an eine lange Tradition an, die bis in die frühen 1960er-Jahre zurückreicht.
Entstanden ist das Freibad in den Jahren 1962 und 1963. Damals wurde die Anlage mit großem Einsatz der Einwohner von Niederndodeleben errichtet. Viele Bürger beteiligten sich aktiv am Bau und schufen damit einen Ort, der über Jahrzehnte hinweg das sommerliche Leben im Dorf prägte. Generationen von Kindern lernten hier schwimmen, Jugendliche verbrachten ihre Ferien am Beckenrand und Vereine nutzten die Anlage für Training und Wettkämpfe.
Mit den Jahren hinterließen jedoch Alter und Verschleiß ihre Spuren. Die technische Ausstattung entsprach nicht mehr den Anforderungen eines modernen Freibads, und eine grundlegende Erneuerung wurde unvermeidlich. Bereits ab 2014 begannen erste Untersuchungen und Machbarkeitsstudien, wie das Freibad erhalten werden könnte. In den folgenden Jahren engagierten sich zahlreiche Bürger, Vereinsmitglieder sowie Vertreter der Ortschaft und Gemeinde für den Fortbestand der Anlage. Besonders bemerkenswert war die Bereitschaft vieler Einwohner, Verantwortung für „ihr“ Freibad zu übernehmen und aktiv an Zukunftskonzepten mitzuwirken.
Eine wichtige Rolle spielte dabei der bereits 2007 gegründete Schwimmbadverein Schrotetal Niederndodeleben. Ursprünglich ins Leben gerufen, um den Betrieb des damals bereits sanierungsbedürftigen Freibads zu unterstützen, entwickelte sich der Verein zu einer treibenden Kraft beim Kampf um den Erhalt der Einrichtung. Gemeinsam mit engagierten Bürgern, Ortschafts- und Gemeinderäten sowie der Verwaltung wurde schließlich der Weg für eine umfassende Sanierung geebnet.
Anfang 2022 begannen die umfangreichen Bauarbeiten. In den folgenden Monaten wurden die Becken, die technische Infrastruktur und die Außenanlagen grundlegend erneuert. Ziel war es, aus dem in die Jahre gekommenen Freibad ein modernes Familiensportbad zu entwickeln, das den Anforderungen von Familien, Freizeitsportlern und Vereinen gleichermaßen gerecht wird. Die Modernisierung wurde im Herbst 2023 abgeschlossen. Die Investitionssumme betrug mehr als drei Millionen Euro, wobei erhebliche Fördermittel des Bundes zur Verfügung gestellt wurden.
Am 18. Mai 2024 war es schließlich soweit: Nach sieben Jahren ohne Badebetrieb öffnete das Freibad wieder seine Tore. Die Wiedereröffnung wurde von vielen Einwohnern als historischer Moment empfunden. Das neue Familiensportbad verbindet moderne Ausstattung mit dem besonderen Charme eines traditionellen Freibads.
Heute verfügt die Anlage über ein Schwimmerbecken mit sieben 25-Meter-Bahnen, einen Drei-Meter-Sprungturm, ein Ein-Meter-Sprungbrett, ein separates Nichtschwimmerbecken mit Breitwellenwasserrutsche sowie ein Babybecken mit Sonnensegel. Ergänzt wird das Angebot durch Massage-Düsen, eine Schwallwasserdusche, großzügige Liegewiesen, ein Volleyballfeld, Spielgeräte und moderne Sanitäranlagen. Auch Barrierefreiheit spielte bei der Neugestaltung eine wichtige Rolle.
Das Freibad erfüllt jedoch nicht nur eine Freizeitfunktion. Es ist zugleich ein wichtiger Ort für die Schwimmausbildung von Kindern, für den Vereins- und Schulsport sowie für das gesellschaftliche Leben in Niederndodeleben. Veranstaltungen wie Sommerfeste, Beachvolleyballturniere oder Schnuppertauchen zeigen, wie lebendig die Anlage bereits in ihrer ersten Saison nach der Wiedereröffnung genutzt wurde.
Die Geschichte des Freibads Niederndodeleben steht damit beispielhaft für das, was durch bürgerschaftliches Engagement, kommunalen Zusammenhalt und langfristiges Denken erreicht werden kann. Aus einem sanierungsbedürftigen Freibad ist wieder ein moderner Treffpunkt für Jung und Alt geworden – ein Ort, an dem auch in Zukunft Erinnerungen entstehen werden.
Wer betreibt das Freibad?
Das Familiensportbad „Schrotetal“ gehört der Gemeinde Hohe Börde und wird auch von ihr betrieben. Aktuell sind zwei Schwimmmeister und mehrere Rettungsschwimmer hier beschäftigt. Der Schwimmbadverein unterstützt mit vielen ehrenamtlichen Helfern, damit der Betrieb gewährleistet bleibt und das Gelände in einem ansehnlichen Zustand bleibt.
Und was will der Schwimmbadverein nun noch leisten?
Die Mitglieder und Aktiven des Schwimmbadvereins setztn sich dafür ein, dass das Freibad in Zukunft noch besser wird. Wir möchten durch ehrenamtliche Leistungen zum Beispiel erreichen, dass im Sommer die Öffnungszeiten bei Bedarf verlängert werden. Warum sollte Montags geschlossen bleiben, wenn wir mit unseren Rettungsschwimmern und Kassierern nicht eine ehrenamtliche Öffnung ermöglichen? Außerdem wollen wir das Freibad zum zentralen Anziehungspunkt unserer Ortschaft und der Gemeinde Hohe Börde machen. Wie früher soll es auf dem Gelände vielfältige Sportveranstaltungen und Feiern geben - organisiert durch den Schwimmbadverein. Die Erlöse fließen in den Erhalt und den Ausbau des Bades.
